Neuer Glanz für alte Kähne

VON SANDRA-VALESKA BRUHNS
Der Umbau von alten Arbeitsbooten zu Luxusyachten lohnt sich: Die Schiffe sind robust, versprühen herben Charme, und unter Deck können sie nach Wunsch eingerichtet werden
Auf dem Rhein und später auf der Seine Dienst zu tun war für den Schlepper "Arc" nicht leicht. Zusammen mit seinen neun Schwesterschiffen zog das 1949 in Cherbourg gebaute Stahlschiff seit 1951 unzählige Schuten und Kähne durch den Fluss, stampfte tapfer gegen Wind und Wellen an. Mit einer Länge von 34,5 Metern und 7,20 Meter Breite waren die "Arc" und ihre Schwestern die größten ihrer Art, die direkt nach dem Zweiten Weltkrieg gebaut wurden.
Nun, fast 50 Jahre später, erinnert an dem Schiff nur noch die charakteristische Rumpfform an den Schlepper von früher. Nach einem kompletten Umbau im Jahr 2003 auf der niederländischen Werft Gielen in Dordrecht erstrahlt das Schiff unter seinem neuen Namen "Polycarpus" in bisher unbekanntem Luxus.
Statt schwieliger, rauer Männerhände, die an Deck Trossen annehmen und befestigen, halten nun auf dem Sonnendeck fein manikürte Hände Longdrinks, Cocktails und andere Händchen. Statt Ölspuren an Deck glitzert das türkisfarbene Wasser eines Jacuzzi-Beckens an Bord. Bei der Restaurierung des Schiffes wurden die Decksaufbauten ein wenig nach vorne verlagert, sodass die dunkelblaue Yacht mit den eleganten Linien und Aufbauten nun an eine klassische Motoryacht erinnert und im hinteren Teil Platz für ein größeres Sonnendeck entstand. Das ehemalige "tugboat" - so heißt Schlepper auf Englisch - vermittelt nun einen elitären Retrocharme, bei dem jede Rumpfniete eine Geschichte zu erzählen weiß. Via: www.welt.de

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